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Ratgeber Kaffee

Eine „einzig wahre Methode” bei der Kaffeezubereitung gibt es nicht - viele Wege führen zu einer guten Tasse Kaffee. Letztlich bleibt es dann so und so immer das eigene Empfinden, das aus einem einfachen „Kaffee trinken” ein zu schätzen wissendes „Kaffee genießen” werden lässt.

Es wird aber auch kaum etwas so stiefmütterlich behandelt wie das Lieblingsgetränk der Deutschen. Wie oft muss sich kaum erhitztes Wasser in Nullachtfünfzehn-Kaffeemaschinen nur mit Hilfe der Schwerkraft seinen Weg durch billiges Kaffeepulver bahnen, soll es dabei so etwas wie ein Aroma entfalten und schließlich auf einer Warmhalteplatte verharrend noch die Reste seines ohnehin nur kümmerlich entwickelten Geschmacks nicht verlieren.

     

Die Handfilterung

Bei der klassischen Handfilterung mit einem Porzellanfilter und Filterpapier wird das frisch gemahlene Kaffeemehl zunächst mit nicht mehr kochendem Wasser im Filter bedeckt und angebrüht. Nach einer guten Minute kann dann das Wasser mehrfach filterhoch nachgeschüttet werden. Wichtig ist, dass mit dem Nachschütten immer gewartet wird, bis das Wasser vollständig abgelaufen ist, damit sich nicht zu viele Bitterstoffe aus dem Kaffee lösen. Von Permanentfiltern, die nicht aus reinem Porzellan gefertigt sind, ist übrigens dringend abzuraten, da in ihnen grundsätzlich Kaffeefette hängen bleiben, die mit der Zeit nicht nur ranzig werden, sondern auch in den Kaffee gelangen.


Die Karlsbader / Bayreuther Kaffeemaschine aus Porzellan

Obwohl die klassische Karlsbader Kanne und die Bayreuther Kanne als modernes Pendant komplett aus Porzellan gefertigt für Kaffeegenuss in unverfälschtester Form stehen, sind sie nur bei wahren Kaffeeliebhabern nicht in Vergessenheit geraten. In den beiden ohne Filterpapier funktionierenden „Kaffeemaschinen aus Porzellan” kann nur grob gemahlenes Kaffeemehl verwendet werden, das heutzutage nicht mehr handelsüblich ist.

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Die Zubereitung funktioniert ähnlich einfach wie bei der Handfilterung. In das Porzellansieb griesfein gemahlenes Kaffeepulver geben. Den Wasserverteiler aufsetzen und siedend heißes Wasser einfüllen. Wasser nachschütten und durchlaufen lassen, bis die Kanne voll ist. Das Sieb abnehmen und den Kaffee direkt aus der Kanne servieren. [Foto oben: Jürgen Lang, Fotos unten: Erste Bayreuther Porzellanfabrik]


Der Ibrik

Für einen Mokka oder türkischen Kaffee ist der Ibrik, eine verzinnte Kupfer- oder Messingkanne, die klassische Kanne. Wenn der Mokka das erste Mal kocht, wird nur der Schaum in die Tassen verteilt. Das Wasser wird nachgefüllt und ein zweites Mal aufgekocht. Wieder wird nur den Schaum verteilt und das Wasser nachgegossen. Nach dem dritten Aufkochen werden Schaum und Mokka auf die Tassen verteilt.


Kannenaufguss und Pressstempelkannen

Beim Kannenaufguss wird gemahlener Kaffee wird in eine Kanne gegeben und zu einem Drittel mit kochend heißem Wasser aufgefüllt. Eine Minute später wird die Kanne ganz aufgeschüttet und alles fünf bis zehn Minuten ruhen gelassen. In dieser Zeit entfaltet der Kaffee sein volles Aroma und der Kaffeesatz sinkt langsam zu Boden. Zum Servieren wird der Kaffee durch ein Sieb geschüttet oder bei einer Pressstempelkanne der Kaffeesatz durch Herunterdrücken des Stempels am Boden der Kanne gehalten.


Espressotopf für die Herdplatte

Ebenfalls sehr beliebt ist der „Espressotopf” für die Herdplatte, auch wenn mit ihm kein Espresso zubereitet werden kann. Das Wasser im unteren Behälter wird aufgekocht und durch den mit Kaffeemehl gefüllten Filtereinsatz, der zwischen Kanne und Wasserbehälter sitzt, gedrückt. Der fertige Kaffee sammelt sich in der oberen Kanne. Das Ergebnis ist ein sehr dunkles und kräftiges Getränk, das irgendwo zwischen einem starken Kaffee und einem Mokka liegt.


Kaffeemaschinen mit Isolierkanne

Die klassischen Kaffeemaschinen sind das häufigste verwendete Hilfsmittel bei der Kaffeezubereitung. Ähnlich zur Handbrühung ist das Funktionsprinzip: Heißes Wasser läuft durch gemahlenes Kaffeemehl. Damit der Kaffee gelingt, muss die Maschine das Wasser richtig kochen können. Je nach Geschwindigkeit lösen sich mehr oder weniger Aroma- und Bitterstoffe, die Stärke des Kaffees wird in der Regel durch die Kaffeemenge bestimmt. Pro Tasse fallen etwa 80 - 120 Milligramm Koffein an. In guten Isolierkannen bleibt der Kaffee bis zu 30 Minuten heiß und aromatisch. Kaffeemaschinen mit Glaskannen sind für die Zubereitung nur geeignet, wenn der Kaffee sofort getrunken oder in eine Isolierkanne umgeschüttet wird. Selbst das beste Gerät kann den Kaffee auf der Warmhaltplatte zwar warmhalten, nicht aber Aroma und Geschmack bewahren. [Foto: Krups]


Kaffeepadmaschinen

Sie erfreuen sich einerseits großer Beliebtheit und spalten anderseits die Freunde guten Kaffees. Für die einen produzieren sie leckeren Kaffee, für die anderen lediglich ein kaffeeähnliches Heißgetränk. Ähnlich wie bei einer Espressomaschine wird das Wasser durch das Kaffeemehl gepresst, allerdings mit deutlich geringerem Druck. Dieses Verfahren sorgt für eine kürzere Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver und für einen bekömmlicheren Kaffee. Allerdings kann zumeist weder die Wassermenge, noch die Durchlaufzeit variiert werden, so dass je nach Kaffeemischung nur ein ungenießbares Gebräu produziert wird. Von Nachteil ist, dass in Kaffeepadmaschinen fast ausschließlich vorgefertigte und mit Kaffee befüllte Pads zum Einsatz kommen. Einige Modelle können sogar nur die Pads eines Herstellers verarbeiten, andere auch die anderer Hersteller. Auf jeden Fall ist und bleibt die Kaffevielfalt immer auf das Angebot der Pads beschränkt und der Kaffee bei nicht immer gleich guter Qualität deutlich teurer. Padmaschinen dürfen weder in der Zubereitung, und schon gar nicht bei der Qualität mit Espressomaschinen verwechselt werden. Sie sind und bleiben Kaffeemaschinen und können selbst mit so genannten „Espressopads” keinen Espresso zubereiten.


Kapselmaschinen

Kapselmaschinen sind eine Kombination aus Espressomaschine und portioniertem, gemahlenem Kaffee in Kapseln. Anstelle eines Siebträgers werden hier, ähnlich zu den Padmaschinen, vorgefertige Kaffeeportionen verwendet. Diese sind in Behältern aus Alu oder Kunststoff gelagert, um den Kaffee besser und länger vor Licht und Luft zu schützen. Die Qualität des Kaffees ist stark vom Inhalt der Kapseln abhängig. Bereits 1970 hat Nestlé das Nespresso-System entwickelt, heute gibt es mehrere manuelle und automatische Modelle verschiedener Hersteller. Allen gleich ist, dass in den Kapselmaschinen nur die Kapseln des Herstellers verwendet werden können.

Kaffeekapselmaschinen erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Gut zwei Milliarden Tassen Kaffee werden im Jahr mit den kleinen Kapseln gemacht. Doch zwei Milliarden Kaffeekapseln sorgen auch für einen riesigen Müllberg: Gut 4.000.000 Kilogramm Aluminium- und Plastikmüll fallen an. Jede Kapsel bleibt nach ihrem Gebrauch etwa 100 bis 500 Jahre auf der Erde zurück, bevor sie in kleinere Teile zerfällt. [Foto: Andrés Nieto Porras]


Espressomaschinen

Im Gegensatz zu Kaffeemaschinen arbeiten Espressomaschinen mit Druck. Das Wasser wird erst erhitzt, um dann optimiert angepasst an Fließverhalten, Kontaktzeit und Lösung der Kaffeestoffe mit bis zu 18 bar durch das Kaffeemehl gepresst zu werden. Espressomaschinen arbeiten mit einem Siebträger, der mit Kaffeemehl befüllt am Gerät fixiert wird. Durch die kurze Kontaktzeit des Wassers mit dem Kaffeemehl lösen sich nur sehr wenige Bitterstoffe, dafür aber mehr Öle. Sie bilden die espressotypische Crema auf der Kaffeeoberfläche. Ein Espresso ist übrigens alles andere als eine „Koffeinbombe”, er beinhaltet nur etwa 60 Milligramm Koffein. Außerdem kann mit Hilfe von heißem Wasserdampf Milch für diverse Kaffeevariationen aufgeschäumt werden. [Foto: Jürgen Lang]


Halbautomaten

Der Begriff ist ein wenig irreführend, denn bei einem Halbautomaten funktioniert eigentlich nichts automatisch. Diese Geräte sind eigentlich Espressomaschinen, die anstelle eines Siebträgers aber über eine Einfüll- und Entleervorrichtung für das Kaffeemehl verfügen. Im Gegensatz zu einem Vollautomaten ist der gesamte Ablauf aber nicht automatisiert, sondern läuft mechanisch ab. In der Regel werden Halbautomaten manuell bedient, durch die zusätzlichen Bauteile erhöht sich der Komfort bei der Bedienung der Maschine allerdings wesentlich. In der Qualität des Kaffes stehen die „Halbautomaten” einer sehr guten Espressomaschine in Nichts nach, was sich zumeist auch beim Preis bemerkbar macht. [Foto: Jürgen Lang]


Vollautomaten

Vollautomaten sind voll automatisierte Espressomaschinen. Die Bohnen lagern in der Maschine und werden erst unmittelbar vor dem Brühen frisch gemahlen. Anstelle eines Siebträgers verfügt der Vollautomat über eine Brühgruppe, in der das Wasser unter hohem Druck durch das frisch gemahlene Kaffeemehl gepresst wird. Das verbrauchte Kaffeemehl wird automatisch in einem Tresterbehälter entsorgt. Die Aktivität des Bedieners reduziert sich auf das Befüllen der Maschine mit Wasser und Bohnen sowie das Entleeren von Tresterbehälter und Abtropfschale. Ansonsten gilt: Den gewünschten Kaffee wählen, Knopf drücken, kurz warten und der Kaffee ist fertig. [Fotos: Hersteller]

Fast alle Vollautomaten bieten den Komfort, Kaffee in unterschiedlichen Stärken und Aromastufen zuzubereiten. Wie bei den Espressomaschinen auch kann mit Hilfe von heißem Wasserdampf Milch für diverse Kaffeevariationen aufgeschäumt werden, je nach Modell sind die Milchaufschäumer bereits im Automaten integriert.


Handhebelmaschinen

Eine Handhebelmaschine ist alles andere als ein Alltagsgegenstand. Für wahre Liebhaber und Puristen ist die Zubereitung eines Espressos ein Ritual, bei dem selbst Hand angelegt wird. Und für diese Genießer ist eine Handhebelmaschine die Königin unter allen Arten der Zubereitung.

Mit ihr erfordert ein gelungener Espresso etwas Übung und viel Geschick. Bei diesen Espressomaschinen wird in dem großen Boiler das Wasser erhitzt und auf Temperatur gehalten. Bei der Kaffeezubereitung wird eine Portion Wasser über ein Ventil in eine separate Kammer gefüllt und mit dem Handhebel per Muskelkraft des Baristas durch das Kaffeemehl im Siebträger gepresst. Die Kunst ist dabei, soviel Kraft einzusetzen, dass der notwendige Brühdruck perfekt getroffen wird. Die Kessel sind so konstruiert, dass das Wasser für den Kaffee aus dem unteren Teil und zeitgleich heißer Dampf für die Zubereitung des Milchschaums aus der oberen Kammer entnommen werden kann. [Foto: Pavoni]


Die Kaffeeverfeinerung

Vielleicht mag ein wahrer Kaffeeliebhaber zusammenzucken, aber das Verfeinern von Kaffee mit diversen Geschmacksrichtungen liegt voll im Trend. Dabei werden heute aber weniger Anis, Nelken oder Kardamon wie in arabischen Ländern, sondern Liköre oder Sirups und Aromazusätze verwendet. Das Verfeinern mit Milch, Milchschaum, Sahne, Eis und anderem ist dagegen immer und überall „salonfähig”.

Den Kaffee mit Milch zu trinken, ist sehr beliebt. Milch ist basisch, während Kaffee säurehaltig ist. Die Milch fängt die Säuren im Kaffee auf und rundet den Geschmack ab. Der Kaffee wird somit verträglicher und wohlschmeckender. Kaffeevariationen mit Milchschaum sind aus keiner Kaffeebar mehr wegzudenken. Trotz technischer Errungenschaften und zahlloser Tipps verzweifeln viele Hobbybarista(e) beim Versuch, perfekt aufgeschäumten Milchschaum herzustellen. Die Kunst liegt in der richtigen Luftzufuhr. Methoden gibt es viele, angefangen von Aufschäumern über Schaumstäbe bis hin zu Dampfdüsen und Auto-Cappuccinatores. Ein Fehler wird oft bereits bei der Auswahl der Milch gemacht. Nicht der Fettgehalt, sondern die Proteine sind entscheidend, da der Schaum durch die Mischung der Proteine mit Luft entsteht. Eine Milch mit einem Proteein- bzw. Milcheiweißgehalt von 3,4 bis 3,6 Gramm pro Liter ist bestens für Milchschaum geeignet, der Fettgehalt beeinflusst lediglich die Konsistenz des Milchschaums. [Foto: Milchindustrie-Verband]

Die Süße des Zuckers lässt sich wunderbar mit dem leicht bitteren Geschmack des Kaffees kombinieren. In viele Kreationen gehört mindestens ein Löffel Zucker, beim türkischen Mokka darf es auch mehr sein. Im Cafezinho do Brasil bleibt der Löffel im wahrsten Sinne des Wortes stehen. Weißer Zucker aus Zuckerrüben lässt sich mit jedem Kaffee kombinieren. Puderzucker wird staubfein gemahlen und löst sich besonders schnell auf. Vollrohrzucker ist ein getrockneter und gemahlener Zuckerrohrsaft, der nach Malz und Kakao schmeckt und nicht so süß ist. Er löst sich aber nicht so schnell auf. Der braune Zucker erhält seine Farbe durch die Zugabe von Karamell, Melasse oder Rohrzucker und passt vor allem zu Kaffees mit einer leichten Karamellnote. Auch Rohrzucker aus Zuckerrohr ist braun, schmeckt leicht malzig, ist aber nicht so süß. Kardamom-Zucker ist eine Mischung aus Zucker und Kardamom, die selbst aus einem langweiligen Filterkaffee einen arabischen Exoten werden lässt.

Mit der Schwemme der Coffeeshops fließen auch sie in immer mehr Kaffees: Sirups mit Karamell-, Haselnuss-, Vanille-, Kokos- oder Schokoladenaroma. Diese „Flavors” sind aromatisierte Zuckersirups, mit denen der Kaffee gesüßt und im Geschmack verändert wird, auch an Kunstaromen wird nicht gespart.

 

LAGERUNG

Kaffee hat drei natürliche Feinde: Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit. Im Idealfall sollten deshalb die Bohnen immer erst kurz vor der Zubereitung frisch gemahlen werden. Auch ganze Bohnen verlieren nach der Röstung langsam ihr gebunkertes Aroma. Dieser Prozess zieht sich zwar bei richtiger Lagerung über mehrere Wochen hin, aber unendlich sind auch ganze Bohnen nicht haltbar. Deshalb sollten die Bohnen nach dem Öffnen der Aromaschutzverpackung in einer Kaffeedose luftdicht und kühl gelagert werden. Geröstete ganze Bohnen können im Kühlschrank gelagert werden - im Gegensatz zu bereits gemahlenem Kaffee. [Foto: Jürgen Lang]

Gemahlener Kaffee sollte stets in einer dicht schließenden Dose gelagert werden, aber nicht im Kühlschrank, da sich dort durch die Temperaturunterschiede in der Aromaverpackung Kondensflüssigkeit bildet, die in den gemahlenen Kaffee eindringen kann. Außerdem nimmt Kaffee Gerüche auf, und die beeinflussen negativ den Geschmack des Kaffees. Dafür kann Röstkaffee tiefgefroren aufbewahrt werden. Den Kaffee auf keinen Fall aus der Aromaverpackung lose in eine Kaffeedose umschütten, weil sich erstens beim Umfüllen viele Aromastoffe verflüchtigen und zweitens die Fette des Kaffeemehls, die immer an der Dose haften bleiben, leicht ranzig werden und den nächsten Kaffee verderben.


MAHLGRAD

Immer wieder wird die Wirkung des Mahlgrades auf den Kaffeegeschmack völlig unterschätzt. Erst das Mahlen der Kaffeebohnen setzt das Aroma frei und trägt entscheidend zum Geschmack des Kaffees oder Espressos bei. Ist der Mahlgrad zu niedrig, kann das Wasser die Körner nicht genügend durchdringen und die Aromastoffe herausspülen. Das Resultat ist ein wässrig schmeckender Kaffee. Ist der Mahlgrad zu hoch, werden zu viele Stoffe aus dem Pulver gespült und der Kaffee schmeckt bitter oder sauer.

  • sehr fein: Mokka oder Ristretto
  • fein: Espresso mit Espressomaschine oder Espressokanne
  • mittelfein: Kaffee-Vollautomaten
  • mittel: Filterkaffee, handgebrüht oder Kaffeemaschine
  • grießgrob: (Press-)Stempelkanne, Karlsbader Kanne

Für einen Espresso werden die Kaffeebohnen sehr fein gemahlen, da das Wasser gerade einmal eine halbe Minute Zeit hat, um die Inhaltsstoffe aufzunehmen. In einer Stempelkanne dagegen kann das Wasser minutenlang dem groben Kaffeemehl das Aroma entlocken. Kaffees aus dem Supermarkt sind in der Regel „mittel” für handelsübliche Kaffeemaschinen gemahlen. Ganz selten finden sich auf der Verpackung genauere Hinweise zum Mahlgrad. Je nach Zubereitungsart ist es besser, ganze Bohnen zu kaufen und diese selber zu mahlen.


TEMPERATUR, MENGE, ZEIT

Die Brühtemperatur für den perfekt aufgeschütteten Kaffee liegt zwischen 92 und 96 Grad Celsius, die Serviertemperatur zwischen 80 und 85 Grad Celsius. Pro Tasse werden sechs bis acht Gramm Kaffee benötigt, die Brühzeit liegt zwischen vier bis sechs Minuten.


WARMHALTEN

Am ehesten eignen sich Thermoskannen mit Glaseinsatz zum Warmhalten eines frisch gebrühten Kaffees. Auf keinen Fall sollte Kaffee länger als 15 Minuten auf der Warmhalteplatte der Kaffeemaschine oder einem Stövchen stehen. Nach dem Aufbrühen sinkt fortwährend der pH-Wert im Kaffee, gleichzeitig werden Bitterstoffe und Säuren freigesetzt, die den Kaffee regelrecht umkippen lassen und ungenießbar machen.


WASSER

Da jeder Kaffee zum größten Teil aus Wasser besteht, ist es sehr wichtig, dass auch das richtige Wasser verwendet wird. In der Regel ist das Trinkwasser aus der Wasserleitung bestens geeignet, da es über genügend benötigte Mineralien und Sauerstoff verfügt. Es kann aber je nach Herkunft und Aufbereitung zu hart sein, wodurch der Kaffee nicht sein volles Aroma entfalten kann. Zu viel Kalk im Wasser verhindert, dass sich die Aromastoffe lösen, was zu unerwünschten Veränderungen im Geschmack führt. Ideal ist das Wasser, wenn es überwiegend im Härtebereich „weich” liegt. Ist das Wasser zu hart, kann mit Wasserfiltern die Wasserhärte wirksam reduziert werden. Weniger geeignet sind Tafel- oder Mineralwässer. Diese werden aus mineralstoffhaltigen Vorkommen gewonnen, die Zusammensetzung des Wassers darf aber verändert werden. Auch Tafelwässer werden nach Rezepten hergestellt und mit Mineralstoffen versetzt. In den meisten dieser Rezepturen stecken viele Mittel, die für die Zubereitung eines guten Kaffees nicht unbedingt geeignet sind. [Foto: aboutpixel/Graf]


WASSERDRUCK BEIM ESPRESSO

Viele Besitzer von Espressomaschinen verwechseln sehr häufig den Wasserdruck beim Brühvorgang mit dem Pumpendruck der Maschine. Während der Pumpendruck zwischen 15 bis 18 Bar liegt, beträgt der ideale Wasserdruck bei der Espressozubereitung neun Bar. Ist der Druck zu niedrig, stockt der Wasserfluss und es lösen sich zu viele Bitterstoffe. Ist der Druck zu hoch, wird das Wasser zu schnell durch das Espressomehl gedrückt und die Inhaltsstoffe können sich nicht lösen.


DAS WOHLTEMPERIERTE GESCHIRR

Mit Kaffeetassen und -kannen aus Porzellan, Keramik oder Glas wird der Kaffeegeschmack nicht verfälscht. Das Aroma des Kaffees hält sich länger, wenn die Tassen und Kannen vorgewärmt sind.


KAFFEEKREATIONEN: ES LEBE DIE VIELFALT

Vom äthiopischen Kaffee bis zum doppelten Ristretto. Traditionell ist die Basis aller Kaffeevariationen ein Espresso. [Foto: Deutscher Kaffeeverband]

Der äthiopische Kaffee gilt als der ursprünglichste aller Kaffees. Die Kaffebohnen werden in einer großen Eisenpfanne geröstet und anschließend grob gemahlen. Dann wird das Kaffeemehl mit Wasser und Zucker in einer Jabana, einem bauchigen Tonkrug, aufgekocht und der fertige Kaffee in kleinen Schalen serviert.

Ein Café Amsterdam ist ein Espresso, der auf einen Eierlikör gegeben und mit einer Schlagsahnenhaube gekrönt wird.

Der Café Lecholino ist ein kalter Espresso, der mit der doppelten Menge kalter Milch, Schokoladensirup und Crushed Ice gemixt und einer Rahmhaube sowie Schokoladensauce dekoriert wird.

Der Cafezinho do Brasil ist ein dickflüssiges und süßes Gebräu, bei dem ein doppelter Espresso in eine zu zwei Dritteln mit braunem Zucker gefüllte Tasse geschüttet wird. Häufig wird noch ein Orangenlikör dazugegeben.

Ein Caffè Latte ist ein doppelter Espresso, der mit der doppelten Menge heißer Milch aufgefüllt und mit Milchschaum gekrönt wird.

Der Caffè Mocca hat nichts mit einem Mokka zu tun. Vielmehr ist dies zu je einem Drittel ein Espresso, ein Kakao sowie heiße, aufgeschäumte Milch. Anstelle des Kakaos kann auch Schokoladensirup verwendet werden.

Ein Cappuccino besteht in der klassischen Form je zu einem Drittel aus einem Espresso, heißer Milch und Milchschaum und ist mit ein wenig Kakaopulver garniert. Bei einem Cappuccino con Panna, Cappuccino Alemania oder Kapuziner ersetzt Schlagsahne den Milchschaum.

Für einen Carribean Coffee werden zwei kalte gesüßte und mit Schokoladenpulver gewürzte Espressos mit Vanilleeis und Ananassaft schaumig geschlagen und eiskalt serviert.

Der Coretto ist ein Espresso, der mit einem Schuss Grappa, Weinbrand oder Likör „verfeinert” wird.

Ein Doppio ist ein doppelter Espresso.

Ein Eiskaffee besteht aus ein bis zwei Kugeln Vanilleeis, über die ein kalter Espresso geschüttet wird. Dekoriert mit geschlagener Sahne und Schokoraspeln ist der Eisdielen-Klassiker schon fertig. Durch Zugabe diverser Weinbrände oder Liköre entstehen etliche Variationen.

Der Espresso ist der klassische Kaffee in südlichen Ländern und die Basis aller Kaffeevariationen. Wer „un caffè” oder „un café” bestellt, erhält einen Espresso. Für den Klassiker werden innerhalb von 25 Sekunden 50 Milliliter Wasser mit bis zu 15 bar Druck durch sieben Gramm Kaffeepulver gepresst.

Ein Espresso con Panna ist ein klassischer Espresso mit einer kleinen Haube aus Schlagsahne.

Ein Fouetté ist ein kalter, stark aufgebrühter und stark gesüßter Lungo mit einer Sahnehaube, die mit Rum beträufelt und häufig auch mit Mandeln verziert wird.

Der Frappé ist wohl der bekannteste der geeisten Kaffees. Ein doppelter Espresso wird mit zerstoßenen Eiswürfeln, zwei Löffeln Zucker und 150 ml Kondensmilch vermixt, bis alles zusammen eine eingedickte schaumige Flüssigkeit ergibt.

Ein Iced Espresso ist ein Espresso, der über grob gestoßenes Eis gefüllt wird.

Der Irish Coffee hat als Basis zwei Löffel (braunen) Zucker und ein Glas Whisky. Beides wird im Glas langsam erhitzt, bis der Zucker zerläuft und der Whisky zu dampfen anfängt. Der Whisky wird angezündet und durch das Aufschütten des Espressos gelöscht. Zum Schluss wird alles mit einem Schuss leicht geschlagener, ungesüßter Sahne gekrönt. Auf keinen Fall umrühren!

Ein Kaffee-Caipirinha ist eine Mischung aus zwei Klassikern. Zu einem Caipirinha wird ein Espresso gegeben.

Ein Latte Macchiato ist eigentlich ein Caffè Latte, der nur in anderer Reihenfolge zubereitet wird. Erst wird heiße Milch in einem Glas aufgeschäumt und nach kurzem Warten ein Espresso dazugegeben. Dieser setzt sich zwischen Milch und Milchschaum, was die berühmten drei Schichten ergibt.

Ein Lungo ist ein verlängerter Espresso mit bis zu 100 Millilitern Wasser.

Der Macchiato (dies ist kein Latte Macchiato) oder Cortado ist ein Espresso mit einem Schuss heißer Milch, der mit einer Michschaumhaube versehen wird.

Ein Milchkaffee ist ein doppelter oder sogar dreifacher Espresso, aufgefüllt mit heißer Milch und mehr oder weniger Milchschaum. In Frankreich wird der Café au lait meistens aus einer großen Kaffeeschale getrunken. Der Café con leche wird in Spanien gern auch mit Milch und Milchschaum in einem eigenen Kännchen serviert.

Ein Mokka oder türkischer Kaffee ist die starke und süße Kaffeegrundlage vieler arabischer Zubereitungen. Pro Tasse werden zwei Löffel feinsten Kaffeemehls und ein Löffel Zucker in einen Ibrik gegeben und mit soviel Wasser aufgegossen, dass das Kaffeemehl völlig benetzt ist. Wenn der Mokka im Ibrik das erste Mal kocht, wird nur der Schaum in die Tassen verteilt. Beim Ausgießen bildet sich durch das Auf- und Abschwenken der Kanne zusätzlich Schaum. Das Wasser im Ibrik wird nachgefüllt und ein zweites Mal aufgekocht. Wieder wird nur den Schaum verteilt und das Wasser nachgegossen. Nach dem dritten Aufkochen werden Schaum und Mokka auf die Tassen verteilt. Damit der Kaffeesatz absinken kann, lässt man den Mokka vor dem Trinken einen Moment stehen. Traditionell wird mit gemahlenem Kardamon gewürzt.

Der Ristretto ist ein sehr starker und enorm aromatischer Espresso mit halber Wassermenge. Wer es noch stärker mag, bestellt einen doppelten Ristretto.

Der Rüdesheimer Kaffee wird wie ein Irish Coffee zubereitet, anstelle eines Whiskys wird aber ein Weinbrand zugegeben.

Der Russische Kaffee ähnelt einem Irish Coffee, anstelle eines Whiskys wird aber ein Wodka verwendet.


HINWEIS

Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das Aufführen oder Zeigen von Kaffeemaschinen stellt wie das Fehlen keine inhaltliche Wertung dar.

 
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